Oper, Richard Strauss, Salzburger Festspiele 2020, Kubismus
Aquarell

Elektra

Das 100jährige Jubiläum der Salzburger Festspiele ist eröffnet. Bei arte hat man zum einen die Möglichkeit, das eine oder andere live mit zu erleben, anderes kann man in deren Mediathek nachsehen, so auch die Oper „Elektra“ von Richard Strauss. Das Libretto zur Oper schrieb Hugo von Hofmannsthal, Uraufführung war laut () Wikipedia am 25. Januar 1909 im Dresdener Königlichem Opernhaus.

Opern sind nicht so ganz mein Ding, doch in solch ungewöhnlicher Zeit wie in der Corona-Pandemie, lass ich mich inzwischen darauf ein. Ich möchte jedoch nicht verheimlichen, dass ich zu „Elektra“ eine persönliche Beziehung habe. Wie viele andere auch nahmen wir im Deutschunterricht die Tragödie „Iphigenie auf Tauris“ von Johann Wolfgang von Goethe durch. Quasi als Höhepunkt fuhren wir mit unserem Kurs zu einer Aufführung des Dramas „Elektra“ nach Frankfurt am Main. Das liegt schon ein paar Jahre zurück, dennoch kann ich mich daran erinnern, dass ich neben der Begeisterung für die Aufführung im allgemeinen, ich über den geringen Einsatz der Requisiten begeistert war, noch mehr, von den Schauspieler*innen, die dem Publikum ein besonderes Vergnügen bereiteten. Durch meine positiven Erfahrungen wurde meine Neugier heute schnell geweckt und so schaute ich mir die Oper an.

Das Aquarell „Elektra“ zeigt eine weiß gekleidete Frau im Stil des Kubismus (siehe auch: Die Tür zu Welt), eine Stilrichtung, die vor ca. 100 Jahren von mehreren Künstlern angewendet wurde. Bei der Aufführung der Oper trug die Hauptdarstellerin Ausrine Stundyte ein weißes Kleid, am unteren Saum waren große Blumen abgebildet. Diese Blumen sind im Aquarell an fast derselben Stelle, nur dass diese keine aufgedruckten roten Blumen sind, sondern sie wachsen von irgendwoher empor. Bewusst bleibt unklar, inwiefern die beiden Blumenstengel zugleich die Beine der Frau darstellen. Während der Oper Aufführung war der Hintergrund überwiegend grau, im Aquarell wird diese Idee aufgenommen, jedoch in Form von Bergen dargestellt, als Hinweis auf Salzburg. Das Wasser im Vordergrund ist eine Erfindung der Künstlerin, denn dies spielte in der Oper keine Rolle, ist aber ein weiterer Hinweis auf Salzburg.
Die weiß gekleidete Frau hält in ihrer rechten Hand ein schwarzes Band, welches um ihre Hüften gewunden ist, möglicherweise zieht sie gar daran, als Zeichen für ihren unbändigen Rachedurst, der so manch einen Mord nach sich zieht. Unterstrichen wird dies mit dem roten Band, dass aus einem Berge hervorkommt und im Fluss mündet. In der Aufführung wurde dafür ein Hintergrundbild mit viel Blut dargestellt.
Man kann das Aquarell eigenwillig bezeichnen, man kann es aber auch als moderne Umsetzung der Oper in Kunst betrachten.

Das Aquarell gehört zur Werkgruppe Musik.

Oper, Richard Strauss, Salzburger Festspiele 2020, KubismusTitel: Elektra
Aquarell auf Papier
entstanden: 01.08.2020
Größe: 24 cm x 17 cm
Signatur: hinten


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