Statuen aus Blech, Kreuztal, Dreslers Park,

Baue Statuen

Heute morgen suchte ich für ein soziales Netzwerk einen Spruch und stolperte über das Zitat „Künstler, nie mit Worten, mit Taten begegne dem Feinde! Schleudert er Steine nach dir, mache du Statuen draus.“ von Friedrich Hebbel (18.03.1813 – 13.12.1863). Es erinnert mich auch an das Zitat „Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein“ (Neues Testament: Johannes 8,7).
Dieses Zitat lachte mich an, dafür gibt es mehrere Gründe. Zum einen entspricht es meiner Erfahrung, aus unangenehmen oder negativen Gefühlen wie Wut und Zorn Kreativität erwachsen zu lassen. Dies kann man beispielsweise in der GrafikZuschauer*innenablesen. Zugleich ist mir jedoch klar, dass man nicht aus jedem geworfenem Stein etwas daraus machen kann, denn manche Steine sind so groß und schwer, dass sie einen förmlich umhauen.
Gestern Abend hatte ich solch einen Moment, wo ich den Eindruck hatte, dass mal wieder mit Steinen geworfen wird. Im Bibelkreis sprachen wir über die Rolle der Frau in der Kirche, Grundlage dazu lieferten uns Ausschnitte aus dem Buch „… weil Gott es so will“ von der Schwester Philippa Rath (Herder Verlag). Während dieses Gesprächs wurde unter anderem gesagt, dass jede ihr Schicksal in die Hand nehmen kann und die Vergangenheit ruhen lassen sollte, dass es jeder in seiner eigenen Hand hätte, was er oder sie aus ihrem Leben macht. Dem widersprach ich in aller Deutlichkeit, denn, so mein Einwand, wenn jemand einen sexuellen Missbrauch erlebt hat, sei es im Rahmen der Kirche oder in der Familie oder, oder, oder, könne man nicht mehr davon sprechen, dass sie ihr eigenes Schicksal in die Hand nehmen sollen, daran sind mehr als die Täter beteiligt, nämlich all jene, die wegschauen und weghören. Meine Wut stieg und ich sah nur noch den Ausweg, um die Auseinandersetzung nicht eskalieren zu lassen, für ein paar Minuten vor die Tür zu gehen, tief durchzuatmen, mir dabei klar zu machen, dass es gut ist, dass wir überhaupt über Frauen in der Kirche sprechen und ich musste mir eingestehen, dass ich vielleicht das eine oder andere auch tendenziell missverstehe, da ich mich derzeit mit dem Thema beschäftige und dementsprechend auch empfindlich bin. Erst danach konnte ich wieder zurück in die Gruppe, die inzwischen über ein weiteres Detail sprach.

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