Kalenderblatt: 6. April




Gustave Moreau

Der französische Künstler Gustave Moreau ist heutzutage kaum noch bekannt, dabei hatte er zahlreiche Schüler, die bis heute in unserem Bewusstsein sind, wie beispielsweise Henri Matisse (31.12.1869 – 03.11.1954). Zudem war er der Wegbereiter für den Fauvismus und den späteren Surrealismus.
In seinen Gemälden, Aquarellen und Zeichnungen widmete er sich häufig der Antike, insbesondere die griechische Antike hatte es ihm angetan. Jedoch übernahm er hierbei nicht einfach das, was schon da war, sondern er wandelte es um mit symbolistischen Mitteln, so auch „Hésiode et la Muse“ (Ölgemälde, 1891).

Hesiod war ein griechischer Dichter, lebte im 8. Jahrhundert v.Chr., ist vor allem über seine dichterische Darstellung der Mythologien bekannt. Auf dem Bild von Gustave Moreau wird er nackt dargestellt, sein linker Arm trägt eine reich verzierte Laute, auf der zwei Weingläser stehen, das hintere Weinglas hält er mit seiner rechten Hand fest. Die Weingläser sind eine Anspielung auf den Gott Bacchus, der von einigen Malern als Motiv herhalten musste, wie bei Leonardo da Vinci (15.04.1452 – 02.05.1519), auch bei ihm ist der Gott nackt, auch bei ihm wird der nackte junge Mann mit lockigem Haar das Geschlechtsteil mit einem Tuch verdeckt. Auch seine linke Hand weist nach oben, bei Gustave Moreau wird dabei aber eben das Glas festgehalten.
Die Laute verweist auf die antike Handhabung von Gedichten, sie wurde musikalisch vorgetragen.
Hinter Hesiod steht die Muse im roten Kleid. In ihrer linken Hand trägt sie fünf goldene Blätter, ein Zeichen für die Weisheit, ihr rechter Arm liegt locker auf der Schulter von Hesiod, berührt mit ihren Fingern leicht seinen Unterarm. Man sieht so gerade eben aus ihrem Kleid ein goldenes Schwert hervorragen.
Die beiden großen Flügel hinter der Muse gibt ihr den Antlitz eines Engels, jedoch können es eigentlich nicht ihre Flügel sein, da sie dem Publikum mehr zugewandt stehen müsste. Der eine Flügel wird zugleich zu einem Lorbeerkranz von Hesiod.
Im Hintergrund sieht man auf einem großen Felsen die Akropolis, in der Antike eine Kultstätte, beherbergte die Heiligtümer einer Stadt oder einer Siedlung.
Das Gemälde wird links und rechts mit jeweils einem weiteren Felsen gerahmt, alle drei Felsen bilden somit gemeinsam eine Triade, die Hesiod in „Theogonie“ beschreibt, gemeint sind damit eine Gruppe von Göttern wie zum Beispiel die Musen, die ursprünglich nur aus drei bestanden, erst später hat man aus ihnen neun gemacht. Die Zahl Drei hat seit jeher eine große Bedeutung.
Im unteren Bildteil sieht man links weiße Blumen, eine davon sehr deutlich. Rechts ist ein stufiger Wasserlauf, fliegende Wesen, eventuell Vögel oder Fledermäuse, fliegen dort herum. Oberhalb des Wasserlaufs kann man ganz dunkel noch eine weitere Figur erkennen.

Wie häufig im Symbolismus bringt Gustave Moreau die helle und dunkle Seite des Menschseins in diesem Gemälde zusammen. Hesiod, seine Muse und der Fels mit der Akropolis sind mit dem Himmel im Hellen, die beiden Felsen hingegen sind eher dunkel und scheinen einiges zu verbergen.

Gustave Moreau wurde am 6. April 1826 in Paris geboren.

> Infos zur Grafik: Auf die Goldwaage gelegt


Quelle:

Vgl. Wikipedia (): Gustave Moreau, zuletzt besucht am 02.08.2021

Für dich vielleicht ebenfalls interessant...