Designerkarte, Kerzen, Ziegelstein, Mauer

Derzeit überrascht mich Sabeth Faber, denn ihre Karten sind kleine Kunstwerke, so auch diese mit dem Arbeitstitel „Toröffnung“.

Ausgangspunkt dieses kleinen Werkes war der alttestamentarische Text () Jesaja 26, 1-6. Der Text handelt von einer Stadt, die ihre Tore öffnen soll, sodass eine gerechte Nation einziehen kann. In diesem Zusammenhang fiel der Siegener Künstlerin das Lied „Macht hoch die Tür“ ein. Diese beiden Texte führte sie auf ihre Weise in das Bild zusammen.

Auf den ersten Blick sieht die Karte wunderschön aus, das Tränende Herz, eine Pflanze – die ich zuvor nicht kannte aber mich darf man sowieso nicht nach Pflanzen fragen, davon habe ich keine Ahnung – hängt an einem Astbogen, darunter ist eine Winterlandschaft.
Kurz zu der Pflanze (laut Wikipedia): Das Tränende Herz (Lamprocapnos spectabilis) hat hierzulande unterschiedliche Namen wie beispielsweise Marienherz. Sie stammt aus Asien (China, Korea …), bevorzugt offenbar Höhenlagen zwischen 800 und 2800 Metern. Über Feuchtigkeit und Sonnenlicht freut sie sich besonders. 2017 wurde sie von dem Hamburger „Botanischen Sondergarten“ zur „Giftpflanze des Jahres“ gewählt.

Als ich mir die Karte genauer anschaute, war ich mir nicht mehr sicher, inwiefern Sabeth Faber ein ästhetisches Bild schaffen wollte. Während eines Telefonats erwähnte sie, dass sie auf arte eine Dokumentation über Max Beckmann (12.02.1884 – 27.12.1950) angeschaut hat. In der Dokumentation wird unter anderem über das Ölbild „Lido“ gesprochen. Max Carl Friedrich Beckmann, so sein vollständiger Name, arbeitete an diesem Bild ungefähr vom 15. August bis 7. Dezember 1924. Anhand dieses Bildes wird den Zuschauer*innen verdeutlicht, dass es auf den ersten Blick harmlos ausschaut, auf den zweiten Blick jedoch ist es geprägt von düsteren Vorahnungen, wie beispielsweise wird rechts im Bild ein Mann mit jüdischer Gebetskleidung dargestellt, dessen Gesicht jedoch nicht erkennbar ist.
Auch die Karte von Sabeth Faber weist eine Ahnung auf. Die beiden Köpfe auf dem jeweiligen Schneemann rechts und links scheinen herunterzurutschen, wegen der Klimakrise? Oder verbeugen sie sich aber vor wem? Erschreckenderweise musste ich dann feststellen, dass beide weder Augen, noch einen Mund noch eine Nase haben – weil sie nichts sehen wollen? Nichts sagen wollen? Nichts riechen können? Vielleicht gar ohne Gefühle, da der Geruchssinn vermutlich auch einen Teil unserer Gefühle ausmachen? Dazu würde dann auch die Winterlandschaft passen, eiskalt – ist die Welt eiskalt, gefühllos? Gründe hierfür gäbe es mehr als genug, man denke nur an mangelnder Bereitschaft dem Klimawandel entgegen zu wirken oder daran, dass man im Allgemeinen nicht dagegen aufbegehrt, wenn Menschen an der Grenze zurückgewiesen oder noch schlimmer, wenn Flüchtlinge im Mittelmeer ertrinken, nur weil die EU nicht bereit ist, sichere Fluchtkorridore zu schaffen. Das Tor ist weit geöffnet, jedoch ziehen keine Menschen hindurch.

Angaben zur Designerkarte:
Designerkarte, Designer Karte, Grafik, Kunst, Fadenbild, Fadengrafik, kunstvoll, exklusive Faltkarte, Faltkarte, Grußkarte, Fadentechnik, moderne Kunst, Design, Kleinkunst, Tränendes Herz (Pflanze), Mauer, Schneemann, Eis, Winter, Landschaft,Titel: Toröffnung
Größe (B x H): ca. 10,5 x 14,8 cm
Ausstattung: Faltkarte; innen mit Leinenpapier (Möglichkeit eines persönlichen Grußes und ähnliches), weißer Briefumschlag aus Leinenpapier
Preis: 10 € (Unikat), zzgl. Versandkosten

Bei Interesse senden Sie uns bitte eine E-Mail.

Materialverwendung und Herkunft (sofern ermittelbar):
Alle Fäden sind aus 100% Polyester (vermutlich Made in Germany), Karte aus 200g/m2 (Made in Austria)

> Siehe auch (): Macht hoch die Tür


Quellen:
Vgl. Wikipedia (): Tränendes Herz, zuletzt besucht am 01.12.2022 

Vgl. Beckmann-Gemälde (): 234 »Lido«, zuletzt besucht am 01.12.2022 

Vgl. Maria Kapeller (): VERLUST. Was ein Leben ohne Geruchssinn bedeutet, in: Der Standard – 28. Oktober 2019, zuletzt besucht am 01.12.2022 

Vgl. arte (): Max Beckmann – Ein Reisender, Regie: Nicola Graef, Herkunft: ZDF, Erstausstrahlung: 2022, Verfügbar bis 01.06.2023, zuletzt besucht am 01.12.2022


 

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