Sabeth Faber persönlich:

Dienstag, 29. März: In den ersten Tagen des Krieges in der Ukraine gaben mehrere Künstler hierzulande ein Statement ab, unter anderem hatte der Graffiti Künstler Justus Becker in Frankfurt am Main eine Friedenstaube mit einem blau-gelben Zweig laut (₪) buzzfeed im Bahnhofsviertel hinterlassen. Inzwischen haben sich weitestgehend die Menschen an die Nachrichten gewöhnt, auch viele Künstler*innen sind verstummt.

Montag, 28. März: Als Westeuropa von den Terroranschlägen betroffen war, insbesondere als die Redaktion von „Charlie Hebdo“ angegriffen wurde, hieß es landauf, landab, dass eine Demokratie gegensätzliche Meinungen aushalten müsse, gemeint waren in erster Linie dabei die islamisch motivierten Terroristen, die zur Waffe griffen, wenn scheinbar der Islam in Frage gestellt wurde. Davon ist längst nichts mehr zu hören, im Gegenteil, am liebsten würde man diesen Satz gerne vergessen machen. Inzwischen ist man soweit, dass man von jedem russisch Kulturschaffenden fordert, dass er sich eindeutig von dem Einmarsch der Russen in der Ukraine distanziert. Das geht mir eindeutig zu weit. Natürlich kann Kultur politisch sein, aber nicht jeder und jede, die mit Kunst zu tun hat, möchte sich politisch äußern und nicht jede Kunst ist politisch, ansonsten wären alle Kulturschaffenden Politiker*innen. Nicht nur, dass diese Forderung eine Überspitzung ist, sondern sie ist auch brisant, denn wenn ein russischer Musiker, Dirigent oder Maler eine Familie in Russland hat und sich gegen den Krieg aussprechen würde, könnte er möglicherweise seine eigene Familie in Gefahr bringen.
Außerdem vertrete ich die Ansicht, wenn es in der einen Situation gilt, dass eine Demokratie gegensätzliche Meinungen aushalten muss, dann muss sie auch in anderen Situationen gelten, sonst wird alles sehr beliebig und unglaubwürdig.

4. Fastensonntag, 27. März: Heute Abend war ich auf einem Konzert. Für mich war es das Designerkarte, exklusive Faltkarte, Faltkarte, Grußkarte, Fadentechnik, moderne Kunst, Kreuz, blau, violett, Regenbogen, gold, Ostern, Taufkarte, Erstkommunion,erste Live-Konzert seitdem Corona uns im Griff hat. Ich habe jede Minute davon genossen, es war eine Wohltat. Einen Wehrmutstropfen gab es dann aber doch und daran sehe ich, wie sehr der Krieg in der Ukraine meinen Alltag durchzieht: Nicht nur, dass der Pfarrer ein Friedensgebet für die Ukraine sprach, sondern auch das Stück „Aus tiefer Not schrei‘ ich zu Dir“ von Johann Sebastian Bach (31.03.1685 – 28.07.1750) und von Felix Mendelssohn-Bartholdy (03.02.1809 – 04.11.1847; beides Kantaten) ließen mich erschauern und dachte dabei an die Ukrainer und deren großen Not, ich dachte aber auch an den Jemen, wo schon seit längerer Zeit Krieg herrscht aber den wir kaum wahrnehmen und doch wird auch deren Not nicht geringer sein als wie in der Ukraine.

Designerkarte, exklusive Faltkarte, Faltkarte, Grußkarte, Fadentechnik, moderne Kunst, Kreuz, blau, Regenbogen, gold, Ostern, Taufkarte, Erstkommunion,Samstag, 26. März: Inzwischen sprechen einige über einen Wechsel der Taktik seitens Russland. Vermutlich wird da etwas dran sein. Ich gehe davon aus, dass Russland versuchen wird, die Ostukraine komplett unter Kontrolle zu bekommen, zudem befürchte ich, dass Russland auch Odessa einnahmen möchte, da sich dort ein Hafen befindet, der für Russland (und Ukraine) von großer Bedeutung ist.

Freitag, 25. März: Man sollte sich nichts vormachen, die Ukraine dient Russland aber auch Designerkarte, exklusive Faltkarte, Faltkarte, Grußkarte, Fadentechnik, moderne Kunst, Kreuz, grün, türkis, Regenbogen, gold, Ostern, Taufkarte, Erstkommunion,der EU als Pufferzone und desto mehr ich darüber nachdenke, desto fataler finde ich es, dass die EU der Ukraine einen Beitritt in Aussicht gestellt hat. Dabei handelt es sich wie bei der berühmten Möhre, dem man einem Esel vor die Nase hält und egal, wie sehr sich der Esel anstrengt, die Möhre wird er nicht bekommen. So ähnlich wird es voraussichtlich der Ukraine ergehen, denn Russland kann einen Beitritt auf keinen Fall zulassen. Sollte meine Vermutung sich als richtig erweisen, wäre die Ukraine der zweite Staat (neben der Türkei), dem man am langen Arm verhungern lassen würde.

Designerkarte, exklusive Faltkarte, Faltkarte, Grußkarte, Fadentechnik, moderne Kunst, Kreuz, grün, gelb, Regenbogen, goldTag 28, 24. März: Heute morgen arbeitete ich in einer Schulbibliothek einer Grundschule. Ein Schüler kam auf mich zu und fragte mich, ob wir auch ein Buch über Atomwaffen hätten. Diese Frage hat mich sehr erschrocken, nicht deshalb, weil sich ein Schüler dafür interessiert, im Gegenteil, das begrüße ich, aber das ein Grundschüler sich mit Atomwaffen auseinandersetzen möchte, zeigt nur, wie sehr Kinder vom Krieg in der Ukraine mitbekommen, dabei wünscht man ihnen eine Unbeschwertheit.

Designerkarte, exklusive Faltkarte, Faltkarte, Grußkarte, Fadentechnik, moderne Kunst, Kreuz, rot, orange, Regenbogen, goldMittwoch, 23. März: Ich finde es erschreckend, wie schnell ich mich an die Schlagzeilen rund um den Krieg in der Ukraine gewöhnt habe. Während ich in den ersten Tagen des Krieges genau wusste, wie lange dieser schon im Gange ist, so ertappte ich mich heute bei der Frage, wie viele Tage dauert dieser Krieg schon an? Morgen werden es schon vier Wochen sein.

Designerkarte, exklusive Faltkarte, Faltkarte, Grußkarte, Fadentechnik, moderne Kunst, Kreuz, rot, Regenbogen, goldDienstag, 22. März: Zurzeit bereite ich mich auf den Verkauf von Osterkarten vor. Mir bereitet es große Freude, schöne Karten zu kreieren, zugleich habe ich dabei ein mulmiges Gefühl, denn wie wird Ostern für die Ukraine aussehen? Meines Wissens gehören viele Menschen in der Ukraine zur orthodoxen Kirche und das bedeutet, dass sie noch viel mehr als hierzulande die Fastenzeit einhalten und Ostern ein sehr großes Fest ist, aber daraus wird wohl in diesem Jahr nichts, selbst wenn es in diesen Tagen zu einer Feuerpause käme, so ist dieses Land viel zu sehr zerstört und überall wird getrauert.

Montag, 21. März: Der 21. März ist der Tag gegen Rassismus. Russland gibt unter anderem als Kriegsgrund an, dass die Ukraine faschistoide Züge aufweist und ja, natürlich leben auch in diesem Land Faschisten, genauso wie in Russland und anderswo. Den Faschisten sollte man selbstverständlich in die Grenzen weisen, nach Möglichkeit sollte es sie überhaupt nicht mehr geben, aber es ist von Russland ziemlich perfide, dies als Kriegsgrund anzugeben, denn von der Ukraine gingen keine Aggressionen aus sondern von Russland.
Heute Nachmittag war ich das erste Mal in unserem Rathaus als Lotsin tätig, um ukrainische Flüchtlinge zu begrüßen und ihnen beim Gang durch den Dschungel der Behörden behilflich zu sein.

Fastensonntag, 20. März: Mit dem heutigen Tag beginnt der Frühling, den wir im Moment auch bei uns überall sehen können. Die ersten Frühlingsblumen zeigen sich, die ersten Bäume blühen. Von alledem wird die Ukraine wenig mitbekommen, zu sehr gleichen einige Städte, insbesondere Mariupol, einer Wüstenlandschaft. Wenn ich irgendeine Möglichkeit sehen würde, dieser zerbombten Stadt wenigstens Blumen zu geben, dann würde ich es sofort tun. Ich höre schon die Kritiker, was will eine zerbombte Stadt mit Blumen, die brauchen Wasser und Nahrung. Mit dieser Kritik haben sie durchaus Recht und doch könnten ihnen auch Blumen helfen, um ihnen Mut zu machen, um ihnen zu zeigen, wir haben sie nicht in ihrem Leid vergessen.

Samstag, 19. März: Angesichts der Bilder aus der Ukraine fühle ich mich ausgepowert, durchgenudelt und ertrage heute keine Nachrichten.
Als ich nachmittags einkaufen ging und das Übliche in meinen Einkaufskorb legte, wurde ich an der Kasse überrascht. Mir wurde gesagt, dass ich nur eine Packung Nudeln kaufen dürfe. Ich fragte die Kassiererin: warum? Sie antwortete mir, aufgrund des Mangels, verursacht durch den Krieg in der Ukraine. Die meisten von uns werden die höheren Preise von Lebensmitteln, Benzin, Heizöl und ähnlichem irgendwie verknusen können und ja, einige werden sich deshalb in diesem Jahr keinen Urlaub leisten können und auch das eine oder andere wird hinten angestellt werden müssen. Das ist Schade, das ist traurig. Vielmehr treibt mich jedoch die Sorge um, was machen die Menschen in Afrika, die schon vor dem Krieg in der Ukraine Schwierigkeiten hatten, ausreichend Lebensmittel zu besorgen. Wie viele werden von ihnen bald Hunger leiden? Wie viele werden in der Ukraine nicht überleben, weil sie nicht mehr genügend Nahrung haben?

Freitag, 18. März: Heute Mittag trafen sich die Lotsen im Rathaus, bekamen erste Instruktionen für den Ablauf. Unsere Hauptaufgabe besteht darin, ankommende Flüchtlinge aus der Ukraine zu empfangen, ihnen bei den behördlichen Gängen behilflich zu sein. Ich bin froh, dass ich endlich meinem Ohnmachtsgefühl etwas entgegen setzen kann, wenn ich schon sonst nichts für die Ukrainer tun kann, dann wenigstens ihnen hierzulande behilflich sein.

Tag 21, 17. März: Schon seit drei Wochen tobt nun der Krieg. Während des Tages meldete ich mich in unserer Stadt als Lotsin an.
Abends schaute ich mir die Talksendung Maybrit Illner an: Mein Eindruck verstärkt sich: Im Osten nichts Neues.

Mittwoch, 16. März: In Kiew sind vermehrt Angriffe zu sehen und zu hören. 
Abends bin ich in einen Gottesdienst und natürlich haben wir auch an die Ukraine gedacht. Mehrmals standen Tränen in meinen Augen, jedoch flossen sie nicht.

Dienstag, 15. März: Am Abend ist eine Ausgangssperre in Kiew für 35 Stunden angeordnet. Der ukrainische Präsident empfing die drei Regierungschefs Mateusz Morawiecki (Polen), Petr Fiala (Tschechien) und Janez Jansa (Slowenien). Die drei sind mit dem Zug angereist, trotz der hohen Gefahr, dass sie dies möglicherweise nicht überleben. Chapeau.

Montag, 14. März: Als ich am Morgen aufwachte und mir die Nachrichten über die Ukraine durchlas ging mir durch den Kopf „Im Osten nichts Neues“. Es klingt sarkastisch, aber so ist es von mir nicht gemeint. Obgleich Russland militärisch den Ukrainern haushoch überlegen ist, gelingt es ihnen zum Glück nicht, die selbst gesteckten Ziele zu erreichen. Im Ersten Weltkrieg, als die Deutschen in Frankreich einmarschierten, konnten sie bei Verdun keine nennenswerten Gebiete gewinnen, von daher passt die Analogie „Im Osten nichts Neues“.

2. Fastensonntag, 13. März: Am Morgen besuche ich einen Gottesdienst und obwohl der Krieg ein Thema war, versagte mir zwar die Stimme, jedoch kullerten keine Tränen über meine Wangen.

Samstag, 12. März: Heute ertrage ich keine Nachrichten, ich versuche den Konflikt in der Ukraine komplett auszublenden, aber es will mir nicht recht gelingen.

exklusive Faltkarte, Faltkarte, Fadenbild, Papierstickerei, Grußkarte, Trauerkarte, Kunst, moderne Kunst, schwarz, grau,Freitag, 11. März: Das Wetter ist schön, die Sonne scheint, es ist kalt. Am Mittag fand der Gottesdienst für meinen Bekannten statt, anschließend wurde er beerdigt. Im Moment kann ich nicht um die Ukraine trauern, zu sehr beschäftigt mich die Beerdigung.

exklusive Faltkarte, Faltkarte, Fadenbild, Designerkarte, Papierstickerei, Grußkarte, Trauerkarte, Kunst, moderne Kunst, grau, silber, Kreuz,Tag 14, 10. März: Tagsüber habe ich eine kleine Serie von der Designerkarte „Kreuz des Trostes“ erstellt. Morgen wird ein guter Bekannter von mir beerdigt. Derzeit kann ich meine Tränen nicht genau bestimmen, wem sie gelten, meinem Bekannten oder den Ukrainern, vielleicht fließen sie für beide Seiten.

Mittwoch, 9. März: Immer mehr Menschen fliehen aus der Ukraine in den Westen, die meisten fliehen nach Polen. Dort werden sie Willkommen geheißen.

Designerkarte, exklusive Faltkarte, Faltkarte, Grußkarte, Fadentechnik, moderne Kunst, Kunst, Felka Platek, Erkenntnis, Blume,Internationaler Frauentag, 8. März: In Russland gehen etliche Menschen auf die Straße um gegen den Krieg in der Ukraine zu demonstrieren und das, obwohl sie wissen, dass sie dafür hart bestraft werden können.

Montag, 7. März: Leider hat auch die dritte Verhandlungsrunde zwischen Russland und der Ukraine zu nennenswerten Ergebnissen geführt. Inzwischen droht Russland uns, die Gas-Pipeline Nord Stream 1 zu kappen.
Abends schaute ich mir die Sendung „hart aber fair“ an. Es keimt seitdem in mir die Hoffnung, dass es der Ukraine möglicherweise doch gelingt, Russland zu besiegen.

1. Fastensonntag, 6. März: Am Vormittag war ich in einem Gottesdienst. Bei dem einen oder anderem Lied oder Gebet kullerten wieder Tränen. Zuvor merkte ich beim Betrachten des Hungertuchs „Du stellst meine Füße auf weiten Raum“ von der chilenischen Künstlerin Lilian Moreno Sánchez (geboren: 1968, vgl. () Misereor: Entdecken Sie das aktuelle MISEREOR-Hungertuch!) schon, wie sich mein Bauch zusammenzog. Am Nachmittag erfuhr ich in den Nachrichten, dass ein weiterer humanitärer Korridor aufgrund der Beschießung seitens der Russen abgebrochen werden musste. Meine Ohnmacht und Trauer sind unermesslich.

Designerkarte, exklusive Faltkarte, Faltkarte, Grußkarte, Fadentechnik, moderne Kunst, Kreuz, Sonne, rot, rosa, gelb,Samstag, 5. März: Der zugesagte humanitäre Korridor seitens der Russen wurde von Beginn an nicht eingehalten, im Gegenteil, es standen insgesamt 50 Busse bereit, davon wurden etwa 30 Busse von russischen Soldaten zerstört.
Als ich am Nachmittag mit einer Freundin bei wunderschönem Wetter einen Spaziergang machte, hatte ich ständig einen schalen Beigeschmack gehabt, obgleich ich für den Sonnenschein sehr dankbar war, alles was ich sah oder hörte, assoziierte ich mit Kriegsgeschehen.

exklusive Faltkarte, Grußkarte, Kunst, moderne Kunst, Fadenbild, Trauerkarte, schwarz, grauFreitag, 4. März: Als ich heute Morgen aufstand, habe ich als erstes in die Nachrichten geschaut, die Nacht war keine gute Nacht. Die Russen haben ein Atomkraftwerk beschossen und haben zunächst noch nicht einmal die Feuerwehr durchgelassen. Wohin führt uns dieser Wahnsinn? Ich bin geschockt, meine Tränen kann und will ich nicht mehr zurückhalten. In was für einer Welt leben wir? Bis einschließlich vergangenen Mittwoch (23. Februar) nahm ich an, dass ich das Glück hatte, in einer guten Zeit aufzuwachsen und zu leben, seit Donnerstag (24.02.) werden wir täglich eines besseren belehrt.

exklusive Faltkarte, Faltkarte, Fadenbild, Designerkarte, Papierstickerei, Grußkarte, Trauerkarte, Kunst, moderne Kunst, grau, silber, Kreuz,Donnerstag, 3. März: Der französische Präsident Emmanuel Macron hat 90 Minuten lang mit Präsident Putin telefoniert. Das Ergebnis ist ernüchternd, denn Putin will die ganze Ukraine einnehmen. Für den morgigen Weltgebetstag der Frauen (WGT) haben wir geprobt. Als die Engländer und Nordirländer den Gottesdienst vorbereiteten, hatten sie noch nicht geahnt, in welcher Zeit wir diesen Gottesdienst begehen werden. Klar ist jedoch, dass wir nicht nur eine Friedenskerze entzünden werden, sondern auch die Ukrainer und andere Kriegsgebiete mit in unser Gebet aufnehmen werden. Während ich diese wenigen Zeilen schreibe, spüre ich, wie sich meine Augen mit Tränen füllen.

Aschermittwoch, 2. März: Die Kämpfe gehen weiter, tausende Ukrainer sind auf der Flucht. Inzwischen sind meine Tränen versiegt, meine Sprachlosigkeit dauert an. Mit Beginn des Krieges fühle ich mich ohnmächtig, das einzige, was ich tun kann, ist beten. Und so bin ich permanent mit Gott in Gespräch, bitte ihn inständig, diesen Krieg zu beenden, die Worte „dein Wille geschehe“ fallen mir besonders schwer. Am Abend bin ich in einen Gottesdienst und habe mir das Aschenkreuz auf meine Stirn geben lassen. Das habe ich seit vielen, vielen Jahren nicht mehr getan.

exklusive Faltkarte, Grußkarte, Fadenbild, abstrakt, moderne Kunst, Wassily Kandinsky, TrauerkarteFastnachtsdienstag, 1. März: Die EU stellt der Ukraine eine Mitgliedschaft nach dem Krieg in Aussicht. Natürlich fände ich es gut, wenn die Ukraine in die EU aufgenommen werden würde aber muss man das genau jetzt tun? Nicht nur, dass der riesengroße graue Elefant im Raum steht und Präsident Putin mit einem nuklearen Krieg droht, sondern mit solch einer Aussage motiviert man Russland umso mehr, diesen Krieg für sich zu gewinnen, denn wenn irgendetwas Russland auf jeden Fall verhindern will, dann ist es diese Mitgliedschaft.

Fadentechnik, Designerkarte, exklusive Faltkarte, Grußkarte, Kunst, moderne Kunst, Valentin, Valentinstag, 14. Februar, Liebe,Rosenmontag, 28. Februar: Es ist am Morgen, sitze auf meiner Couch, trinke gemütlich Kaffee. Allmählich reift in mir die Idee, um meine Ohnmacht in Kreativität zu verwandeln, eine Stadt der Trauer zu erstellen. Die ersten konkreten Ansätze hierfür habe ich im Kopf.

Designerkarte, Fadenbild, Design, Grafik, Faltkarte, exklusiv, Grußkarte, Kunst, moderne Kunst, Stickbild, Blume, PflanzeSonntag, vierter Tag (27. Februar 2022). Mich hat eine Todesnachricht aus meinem Freundeskreis erreicht. Die private Trauer vermischt sich mit der Trauer um die Ukraine. Nachmittags höre ich die Nachrichten. Zunächst wollte ich gar nicht hinhören aber dann vernahm ich, dass Herr Putin seine Atomstreitkräfte in erhöhter Alarmbereitschaft versetzt hat. Schock! Ich gehe raus, mache einen Rundgang durch unseren Stadtteil, denke über die Konsequenzen nach, wenn ein nuklearer Krieg käme. Angst macht sich in mir breit, zugleich beschließe ich, ab sofort die Menschen mit „Schalom“ zu begrüßen, das übersetzt lautet: Friede sei mit dir. Gemeint ist mit diesem Frieden nicht nur das die Waffen schweigen, sondern dieser Friede ist ein tiefer gehender Friede, ein Friede, der von dem Wunsch beseelt ist, dass ihn alle Menschen erfahren.

Tag 3, 26. Februar: Um 11 Uhr findet in unserer Gemeinde in St. Joseph ein ökumenisches Friedensgebet statt. Daran teilgenommen hat neben dem Dekan Pfarrer Köhle, der Superintendent Herr Stuberg und der ukrainische Pastor Andriy Radyk. Es tut gut, mit anderen gemeinsam um den Frieden zu beten.

Es ist Tag zwei (Freitag, 25. Februar) des Krieges. Mal noch kann ich ganz normal meiner Arbeit nachgehen, doch dann hörte ich, wie die Ukrainer die vergangene Nacht verbracht haben und wieder bin am weinen über so viel Leid, was vermieden werden könnte. Alle Kriege sind sinnlos, doch dieser Krieg ist völlig sinnlos. Wer kann all die Tränen trocknen, die vergossen werden über den Verlust, über die Sorge, was kommen wird, über die Angst.
Um meiner Ohnmacht etwas entgegen zu setzen, möchte ich mit anderen um den Frieden beten. Ich schaue im Internet nach und werde tatsächlich fündig, nur weiß ich noch nicht, da ich kein Auto habe, wie ich dorthin kommen könnte. Freunde von mir bieten mir an, mich am Abend dorthin zu fahren.

Es ist Altweiber (Donnerstag, 24. Februar 2022), simse mit einer Freundin, bin noch völlig ahnungslos. Sie schickt mir Bilder von ihren verkleideten Kindern. In einer der letzten Kurznachrichten schreibt sie über die Ukraine, doch da wusste ich noch nicht, was in den frühen Morgenstunden geschehen ist. Als ich mittags die Nachrichten hörte und ich somit erfuhr, dass Russland in die Ukraine einmarschiert ist, trifft es mich wie ein Schlag und ich weine und weine und weine, nichts kann mich trösten, die Angst um die Ukraine wird zu meinem stetigen Begleiter. Ohnmacht macht sich breit.

Hoffnungslicht

Grußkarte, Designerkarte, exklusive Faltkarte, Fadentechnik, Kunst, moderne Kunst, Geometrie, M. C. Escher, Metamorphose, Grün, Kerze, rot, Weihnachten, AdventFassungslos vernahm ich am Montag, den 21. Februar 2022 in den Nachrichten, dass der russische Präsident quasi der Ukraine das Existenzrecht absprach. Während unser einem klar ist, dass die Begründung mehr als kurios ist, mache ich mir darüber Gedanken, wie die russische Bevölkerung diese Worte aufnimmt, glauben auch sie, dass die Ukraine kein Existenzrecht hätte? – Ich hoffe nicht. Noch glaube ich, dass die Waffen schweigen werden, dass sie erst gar nicht zum Einsatz kommen.


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