9. August 2021 Von Sabeth Faber Aus

Magisches im Wald

Am 8. August packten zwei Frauen ihre Trommeln ein, um die vermeintlichen Naturgeister für sich zu gewinnen und da war noch irgendetwas mit der Begrüßung des Sternzeichens Löwe. Meine Wenigkeit ging teils aus Neugierde mit und teils, weil eigentlich dazu im Vorfeld auf Facebook aufgerufen wurde, für den Frieden zu trommeln. Aber der Reihe nach.

Die beiden Frauen hatten nicht nur ihre Trommeln dabei sondern Kräuter, die sie zu Hause gebunden hatten, Kerzen, Muscheln, Steine und Federn und zu meinem Leidwesen Mehl. Wozu braucht man Mehl im Wald? Eine gute Frage. Aus dem Mehl wurde eine Spirale geformt bzw. gestäubt, das hat natürlich etwas Meditatives, was ich persönlich immer gut finde oder besser gesagt, fast immer. Was die beiden ganz offensichtlich nicht wussten, dass Mehl für unsere heimischen Insekten alles andere als lustig ist, da ihnen der Duftweg abgeschnitten wird. Im Haushalt setzt man das beispielsweise gegen die Invasion von Ameisen ein. Was soll ich zu solch einem Verhalten sagen, zumal sie sich gerne als Erdenhüter*innen (freundlich ausgedrückt: eine entlehnte Bezeichnung eines indigenen Volkes aus Amerika, unfreundlich ausgedrückt: ein gestohlenes Wort, so wie man es seit der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus seit eh und je betreibt), Schamanen und Priester*innen und ähnliches betrachten? Solche Gruppierungen kennen sich durchaus mit Pflanzen aus und wissen auch häufig, wozu man sie medizinisch und spirituell einsetzen kann aber jegliches Wissen darüber hinaus fehlt ihnen meist völlig, sich mit der Umwelt der jeweiligen Pflanze auseinander zu setzen, ist meist nicht ihre Stärke.
Während die beiden trommelten und auf den magischen Moment warteten, dachte ich über das Augsburger Hohe Friedensfest nach, der seit dem 8. August 1650 in Augsburg jedes Jahr begangen wird. Laut () augsburg.de war der Anlass dafür der Westfälische Friede, der nach dem Dreißigjährigen Krieg endlich beschlossen wurde. Im Zuge der Friedensschließung wurden die beiden Konfessionen (katholisch und evangelisch) gleichberechtigt. Das Augsburger Hohe Friedensfest ist nur in dieser Stadt seit 1950 ein gesetzlicher Feiertag und wurde sogar 2018 in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen.
Zudem schaute ich mich nach Pflanzen (wie z.B. Fuchs’ Greiskraut und Großblütiges Springkraut) und Besonderheiten um, zumal ich, seitdem in Siegen ein Baum abgesägt wurde (vgl. Gespräch über Bäume) eine erhöhte Sensibilität gegenüber Pflanzen habe.
Eine besondere Magie haben auf mich Bäume wenn sie in einer eher ungewohnten Formation zu sehen sind, wie die beiden ge-x-ten Bäume, oder wenn sie so übereinanderliegen, als sei es ein leeres Notenblatt …

  • Magisches im Wald, Niederfischbach
    Mehlspirale

Immerhin packten die beiden anschließend ihre Mitbringsel (bis auf das Mehl) wieder ein. Das es ein Tag sein sollte, um für den Frieden zu trommeln, hatten die beiden ganz und gar nicht auf dem Schirm, was ich sehr bedauerlich fand.

Eine besondere Magie hat für mich der Nebel am Morgen, vor allem dann, wenn er über Wälder liegt, so wie heute Morgen.

Quelle:
Vgl. augsburg.de (): Hohes Friedensfest, zuletzt besucht am 06.08.2021


Diese Bilder unterliegen der Lizenz CC BY-ND 3.0 DE. Informationen zu der Lizenz findet man hier.


 

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