Frankfurter Buchmesse, 2016
3. November 2021 Von Sabeth Faber Aus

Hymne auf die Faulheit

In meinen jungen Jahren gab es eine Phase, in der einige die Ansicht vertraten, dass ich ein besonders fauler Mensch sei. Ich würde mich sicherlich heute nicht mehr daran erinnern, wenn diese Karte nicht so häufig ausgespielt worden wäre. Der Effekt war, dass ich mich besonders anstrengte und mir noch mehr Aufgaben aufhalste, doch die anderen stimmten weiterhin in diesen Chor ein. Irgendwann verstand ich, dass ich so nicht aus der Tretmühle herauskomme und drehte den Spieß um, bei jeder Aufgabe, die mir angetragen wurde sagte ich: Nö, dafür bin ich zu faul. Der Spuk war dann schnell vorbei.

  • Ruheort Niederlande, Frankfurter Buchmesse 2016

Ganz Unrecht hatten sie mit ihrem Vorwurf aber nicht, denn ich bin ein fauler Mensch und zwar durch und durch, nur nicht in derart, wie einige vermuten könnten. Es ist nicht so, als würde ich den ganzen Tag nichts tun, im Gegenteil, ich arbeite gern und viel, nur bei den Aufgaben, die mir zu langweilig und zu stumpfsinnig erscheinen, suche ich nach Wegen, wie ich dies abgekürzt bekomme. Und genau hierin liegt der Vorteil von faulen Menschen: sie suchen nach Möglichkeiten, die Arbeit möglichst zügig über die Bühne zu bekommen, suchen nach effektiven Wegen und meistens findet man auch einen Weg. Man kann getrost davon ausgehen, dass sämtliche technische Errungenschaften nicht nur aus der Begeisterung für Technik entstanden, sondern auch, um Arbeit abzukürzen, effektiver zu machen. Noch mehr gilt dies im Bereich der Wirtschaft, denn Zeit ist Geld.

Die Aufnahmen habe ich im Rahmen der Frankfurter Buchmesse 2016 im Forum des Ehrengastes Flandern / Niederlande gemacht.


 

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