16. Dezember 2019 Von Sabeth Faber Aus

Mann im Nebel

Nebelschwaden zogen heute durch die Straßen. Der Nebel zog bis zu einer ungefähren Höhe von zehn Metern über einen hinweg, er war nicht besonders dicht, dementsprechend war es nicht leicht, es zu fotografieren. Ich hatte mich schon damit abgefunden, dass das heute nichts wird, doch dann tauchte jemand – ein Mann – auf dem Parkplatz auf, mir blieb nur ein Bruchteil einer Sekunde. Auch wenn es nicht gerade ein Meisterfoto ist, so wage ich es dennoch, es auf diesem Blog zu präsentieren.

Nebel

Ein Nebel hat die Welt so weich zerstört.
Blutlose Bäume lösen sich in Rauch.
Und Schatten schweben, wo man Schreie hört.
Brennende Biester schwinden hin wie Hauch.

Gefangne Fliegen sind die Gaslaternen.
Und jede flackert, dass sie noch entrinne.
Doch seitlich lauert glimmend hoch in Fernen
Der giftge Mond, die fette Nebelspinne.

Wir aber, die, verrucht, zum Tode taugen,
Zerschreiten knirschend diese wüste Pracht.
Und stechen stumm die weißen Elendsaugen
Wie Spieße in die aufgeschwollne Nacht.

– Alfred Lichtenstein –

Dieses Bild unterliegt der Lizenz CC BY-ND 3.0 DE. Informationen zu der Lizenz findet man hier.


 

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