Così fan tutte – Jedermann

Bei den Salzburger Festspielen wurde heute (02.08.2020) die Oper „Cosi fan tutte“ (ins Deutsche übertragen bedeutet es in etwa: Jedermann) von Wolfgang Amadeus Mozart (27.01.1756 – 05.12.1791) aufgeführt. Über die gestrige Aufführung der Oper „Elektra“ von Grafik, Kunst, moderne Kunst, Kubismus, Konstruktivismus, Menschen, Oper, Mozart, Hand, Bühne, Wolke, rosarote Wolke, Pferd, Schachbrettschmetterling,Richard Strauss behauptete Sabeth Faber zwar, dass Opern nicht so ganz ihr Ding seien, doch auch die heutige Aufführung fand sie faszinierend, insbesondere im Nachgang.

Zunächst zum äußeren Erscheinungsbild: Unter dem Regisseur Christof Loy wurde sich mit Requisiten sehr zurück gehalten, was angenehm war. Die Bühne war in weiß gehalten, im Hintergrund gab es zwei Türen, die mal geschlossen, mal geöffnet waren. Die sechs Solo-Sänger*innen unterstrichen durch ihre Kleidung das jeweilige Unterthema, Hauptthema war die Liebe. Frauenstimmen mag Sabeth Faber nicht besonders, doch die drei (Elsa Dreisig – Fiordiligi, Marianne Crebassa – Dorabella, Lea Desandre – Despina) überzeugten sie. Ebenso überzeugend fand sie die drei Herren (Andrè Schuen – Guglielmo, Bogdan Volkov – Ferrando, Johannes Martin Kränzle – Don Alfonso). Im Vorfeld der Aufführung wurden der Regisseur und die musikalische Leitung interviewt. Joana Mallwitz wurde vermutlich zum x-ten Mal danach gefragt, wie es ist, als erste Frau die musikalische Leitung während der Festspiele zu haben. Mit großer Gelassenheit kommentierte sie es mit den Worten, dass es schon erstaunlich sei, wo man heutzutage noch immer die erste Frau sein kann, letztendlich spielt das Geschlecht jedoch keine Rolle, da es um Musik ginge.
Erstaunlich ist es, welche Themen Mozart in die Oper gepackt hat. Eines der interessantesten Themen ist die Frage der Schuld und der Umgang damit. Die beiden Frauen werden in eine Falle gelockt, die zuvor ihren Verlobten ewige Treue versprochen hatten. Beide halten den Treueschwur nicht aufrecht, leiden darunter. Die Falle ist ziemlich mies, die Don Alfonso gestellt hat. Zugleich sind es aber genau diese beiden Frauen, die eine Wandlung durchmachen, vom naiven Mädchen werden sie zu gereiften Frauen. Anhand dieser Oper wird deutlich, dass Schuld nicht immer was Tragisches sein muss, sondern vielmehr zur persönlichen Reifung beitragen kann.

In der Grafik  wurde das weiße  Bühnenbild nahezu übernommen, ebenso die beiden Türen. Beide Türen sind geöffnet, auf der linken Seite tritt man auf eine Wiese mit einem Schachbrettschmetterling, auf der rechten Seite ist ein grasendes Pferd. Links im Bild ist der Bogen von Amor auf rotem Hintergrund zu sehen. Hierbei wird der Konstruktivismus angedeutet, wenn gleich dieser Kunststil  zu Zeiten von Mozart noch nicht existierte. Die Künstlerin entschied sich trotzdem für die Farbkombination rot-schwarz, da es sich um einen Prozess der Erkenntnis handelt, nämlich das jeder und jede verführt werden kann, sofern man die „richtigen“ Mittel einsetzt, die Subjektivität der einzelnen Akteure reicht von Schuldgefühl über Erhabenheit und Wut. Am Ende der Oper, die am 26. Januar 1790 in Wien uraufgeführt wurde, wird das Thema der Vernunft aufgeworfen. Ende des 18. Jahrhunderts war die Epoche der Aufklärung, dargestellt durch die beiden Wolken. Zugleich deuten die beiden Wolken das Geschehen an, die linke deutet die sprichwörtliche rosarote Wolke an, die rechte deutet das Ungemach an, welches bald hereinbricht.

Die beiden Frauen bekommen im Verlauf der Oper verschiedene Bezeichnungen, von Göttinnen über Blumen. Die letzte Bezeichnung setzt die Siegener Künstlerin um. Da Don Alfonso der Drahtzieher der Fallenstellung ist, wird er in der Grafik nicht als Person gezeigt, sondern nur eine Hand von ihm, denn er hat sie alle in der Hand, sie tun das, was er will. Bei der Aufführung in Salzburg war die Bühne durch Treppenstufen zum Orchestergraben abgesetzt, deshalb stellt die Hand zugleich Stufen dar.

Obgleich die Oper komplex ist, wurde sie mit simplen Requisiten aufgeführt, um so mehr Raum für die Emotionen zu geben. Diesen Gedanken nimmt die Künstlerin auf, sämtliche Figuren werden von ihr mit einfachen Mitteln dargestellt, überwiegend in kubistischer Form. Andererseits hat das eine oder andere eine Mehrfachbedeutung, die Komplexität der Komödie wird auf diese Weise wider gegeben.

Angaben zur Grafik:
Titel:
Cosi fan tutte – Jedermann
Grafikgröße (B x H):
5.541 x 3.808 px


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