Gewöhnliche Vogelbeere

Die Vogelbeere wächst bei uns im Garten. In diesem Jahr konnte ich beobachten, wie ein Grünfink sich einige kleine Äste von dem Strauch abbrach, ich gehe davon aus, dass er dies für seinen Nestbau benötigte. Im Herbst kann ich regelmäßig beobachten, wie Vögel, unter anderem die Amsel und die Drossel, sich daran laben.

Neben der Gewöhnlichen Vogelbeere (Sorbus aucuparia), auch als Eberesche bezeichnet, gibt es weitere Arten wie die Mährische Eberesche (Sorbus aucuparia ssp. Moravica).
Sie bevorzugt lichte Laub- und Nadelwälder, nährstoffarmer Boden genügt ihr, sofern der Boden aufgelockert ist. Der Strauch kann zwischen 3 und 15m hoch wachsen, ihre Äste und der Stamm sind glatt.
Im Frühling fällt sie kaum auf, ihre doldenartigen weißen Blüten verströmen einen Duft, den manche als unangenehm empfinden. Bestäubt werden die Blüten von Käfern und Fliegen. Im Spätsommer bzw. Herbst reifen die Früchte, die zunächst grün, dann gelborange sind und schließlich eine knallrote Farbe annehmen. Menschen nehmen diese Farbe als Signalfarbe wahr und in diesem Fall ist es auch nicht verkehrt, da ihr Kern Erbrechen und Durchfall auslösen kann. Für die Tiere hingegen ist es eine willkommene Abwechslung auf ihrem Speiseplan, insbesondere für die Vögel sind die Früchte der Eberesche im Winter eine Art Überlebensgarantie.
Auf so manchen Webseiten werden Rezepte für Konfitüre und Kompott angeboten, doch hierbei sollte man die Mährische Eberesche verwenden, da sie frei von Bitterstoffen ist und mehr Zucker enthält.

Ich war ziemlich überrascht als ich las, dass die Eberesche zu der Familie der Rosengewächse gehört, denn ich sah eher eine engere Verwandtschaft zum Holunder aufgrund der Dolden, auf Rosen wäre ich nicht gekommen, aber vergleicht man die Blätter zwischen Hagebutte (auch ein Rosengewächs) und Vogelbeere, dann erkennt man eine gewisse Ähnlichkeit, ich hätte demnach darauf kommen können.

In der mitteleuropäischen und in der nordischen Kultur ist die Vogelbeere tief verankert, bei den Germanen war es ein Heiliger Baum, es war dem Gott Thor geweiht. Im Erzgebirge wird der Strauch wie ein Nationalbaum behandelt und in Schottland (Rowan tree) darf der Strauch bei keinem Haus fehlen, sofern man die Hexen den Zutritt verweigern möchte. Ähnliches praktizieren auch die Schweden, nur bei ihnen kommen die Äste in den Stall, um die Tiere vor bösen Geistern zu bewahren.

1997 wurde die Eberesche zum „Baum des Jahres“ gekürt.

Die Bezeichnung Eberesche stammt aus der Zeit, als die Vogelbeere noch für den Schweinemast verwendet wurde.


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Quellen:

Vgl. Margot Spohn, Dietmar Aichele, Marianne Golte-Bechtle, Roland Spohn: Was blüht denn da? Sicher nach Farbe bestimmen. Extra: Bäume, Sträucher, Gräser, Franckh-Kosmos Verlag, Stuttgart 2008, S. 412

Vgl. Wikipedia (): Vogelbeere, zuletzt besucht am 30.08.2021

Vgl. Dr. Silvius Wodarz Stiftung (): Jahresbäume von 1989 bis heute, zuletzt besucht am 22.04.2021


Diese Bilder unterliegen der Lizenz CC BY-ND 3.0 DE. Informationen zu der Lizenz findet man hier

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