Amsel

Überall trifft man auf den schwarzen Vogel, zuweilen kann man ihn aus nächster Nähe beobachten. So erging es mir eines Tages. Ich saß im Garten und schaute, fast schon belustigt, der Amsel zu, wie sie lauscht, noch was anderes hört, und dann doch leer ausgeht und sich dann von dannen macht.

Kein Wunder, dass man darüber auch Gedichte findet:

Die Amsel

Da die Nacht mit Laternen noch draußen stand,
Der Schlaf und der Träume glitzender Fächer
Um Haus und Himmel ausgespannt,
Da sang an mein Bett weit über die Dächer,
Da sang vor der Stund‘, eh‘ mit bläulicher Hand
Der Morgen sich unter den Sternen durchfand,
Eine Amsel aus Finster und Fernen.

Eh‘ noch den Laternen das Licht verflackt,
Hat schon die Amsel  die Sehnsucht gepackt.
Sie sang von Inbrunst aufgeweckt
Mit dem Herz, das ihr heiß in der Kehle steckt.
Sie sang von Lieb‘, die sich aufgemacht
Und durch die schlafenden Mauern lacht.

– Max Dauthendey – 

Das Gedicht ist Gemeinfrei.

Max Dauthendey war ein deutscher Dichter, der von 1867 bis 1918 lebte.


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