Vermischtes

… du veränderst die Welt

Zu Weihnachten habe ich eine Art Aufstellkalender mit Sprüchen und Gedanken geschenkt bekommen, naja, es ist kein wirklicher Kalender, ich weiß aber auch nicht wie man so was bezeichnet. Letztendlich ist die Bezeichnung nicht so wichtig, denn eigentlich geht es mir um das Sprichwort:

Ändere deine Gedanken
und du veränderst die Welt.“

Dieser Satz hat mich durch den heutigen Tag begleitet. Es hat mich direkt angesprochen, weil es so einfach klingt, weil ich als unbedeutendes kleines Licht in der Welt eine Wirkung habe? In der Mittagszeit machte ich einen kurzen Spaziergang, ich überlegte mir, welches Motiv könnte als Sinnbild für diesen Satz stehen. Zufällig schaute ich hinauf in den Himmel und ich dachte mir, hey, Wolken sind ein gutes Sinnbild dafür. Meistens registrieren wir nicht so genau, was am Horizont los ist, vor allem kleine Veränderungen bemerken wir kaum. Doch genau diese kleinen Veränderungen können uns einen Hinweis geben, wie in naher Zukunft das Wetter wird, was durchaus für uns von Bedeutung sein kann. Also fotografierte ich Wolken, was bei diesem herrlichen Wetter aber eine Herausforderung war, besser gesagt, der Himmel war dafür zu langweilig. Da kam ich auf die glorreiche Idee, den Himmel im Laufe des restlichen Tages immer wieder mal zu fotografieren um zu sehen, was sich verändert und es hatte sich im weiteren Verlauf einiges verändert, vor allem konnte man gegen Abend für ein paar Minuten einen blutroten Himmel sehen. Wunderschön.
Ich setzte meinen Spaziergang fort, schaute mich um und stellte dann fest, dass letztendlich alles mögliche aus der Natur als Sinnbild für das Sprichwort stehen könnte, denn alles verändert sich in der Natur, nur wir bekommen es selten mit. Zufällig entdeckte ich einen orangenen Pilz an einem abgesägten Baumstamm, dann sah ich vier Enten im Bach schwimmen. Beim ersten Foto bemerkte ich noch nicht, dass die Enten sich durch mein Auftreten wie in einer Falle fühlen. Als ich neben dem Bach meinen Weg fortsetzte, wurde ich deren Angst gewahr und ich wollte ihnen einen Weg frei machen, sodass sie die Flucht hätten ergreifen können, doch leider verstanden sie meine Geste nicht. Stattdessen versorgten sie mich unfreiwillig mit einem Haufen Bilder, durchaus auch mit interessanten Motiven. Zwischendurch fotografierte ich einfach nur das Wasser.
Seitdem ich in unserer hiesigen Universität im Fachbereich Architektur einen Vortrag über die Schönheit der Industrie gehört habe, ziehen mich Industriegelände magisch an, so auch heute. Die Sonne schien so schön auf das Gelände, keine Arbeiter waren weit und breit zu sehen und so nutzte ich die Chance und machte ein Bild. Wenn irgendetwas uns alle verändert hat, dann ist es die Technik.
Freilich blicke ich heute Abend anders auf den Satz als heute morgen. Anfangs dachte ich, wie cool ist das denn, ich fülle die Welt mit lauter schönen Gedanken und alles ist gut. Ok, zugegeben, so naiv bin ich dann doch nicht, aber die Richtung war schon so. Im Laufe des Tages fragte ich mich aber, wie das gehen soll, die eigenen Gedanken zu verändern. Meine Gedanken entstehen durch dem Erlebten, durch das Gefühlte und aus meiner Erfahrung, wie soll ich dann meine Gedanken ändern? Ich kann versuchen, eine andere Perspektive einzunehmen aber kann ich damit meine Gedanken verändern? Vielleicht, aber will ich das auch? Gehören meine Gedanken nicht auch zu meiner Persönlichkeit, zu meinem Wesen? Wäre es überhaupt gut, meine Gedanken zu verändern? An und für sich habe ich eine sehr liberale Einstellung zur Welt, zur Moral und auch zu mir selbst, ich hoffe, dass ich zu den Menschen gehöre, die bis zu einem gewissen Grad eine Toleranz an den Tag legt, nur wenn ich Unrecht sehe, möchte ich meinen Mund nicht halten, da hört die Toleranz für mich auf. Möchte ich wirklich meine Gedanken verändern und gar damit zu einem engstirnigen Menschen werden? – Wohl kaum.


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