Geisweid, Birlenbach

Sonnenschein im grauen Dezember

Derzeit sieht man die Sonne nicht allzu oft, grau ist die vorherrschende Farbe. Es passt zu der allgemeinen politischen Stimmung, der Brexit naht, die Klimakonferenz in Madrid ist im Grunde gescheitert. Ratlosigkeit macht sich breit wenn nicht gar Weltuntergangsstimmung. Zum Glück gibt es Lichtblicke wie die Bewegung Friday for Future

Im Adventslied „O Heiland reiß die Himmel auf“ von Friedrich Spee heißt es in der fünften Strophe:

O klare Sonn, du schöner Stern,
dich wollten wir anschaun gern, 
O Sonn, geh auf, ohn dein Schein
in Finsternis wir alle sein.

Vor wenigen Tagen wurde im Gottesdienst die Frage gestellt, für wen wir Licht sein können? Zuerst drückte ich mich um eine Antwort, ich wollte keine geben, da sie nach meiner Ansicht zu oft gestellt wird und von daher einen oberflächlichen Beigeschmack hat. Doch dann dachte ich darüber nach. Zu einer abschließenden Antwort bin ich nicht gekommen, aber ich versuche seitdem täglich wenigstens ein kleines Licht für meine Mitmenschen zu sein. Kurios ist jedoch, dass ich viel eher den Eindruck habe, dass andere mir ein Licht bringen. Heute beispielsweise rief meine Nachbarin mich an und fragte, ob ich frisches Biogemüse gebrauchen könnte. Als ich nachfragte, wie viel sie dafür haben möchte, antwortete sie: Nichts. Unglaublich, nicht nur, dass sie kein Geld haben wollte sondern sie brachte es mir sogar noch vorbei.

Wir brauchen die Sonne, insbesondere in dieser Jahreszeit, jeder Sonnenstrahl zählt, macht das Herz weit. Um nicht in den Strudel der Weltuntergangsstimmung zu geraten, halte ich mich an den Sonnenstrahlen fest, genieße den Augenblick, wenn der Stern zum Vorschein kommt. 


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