Unterbrechung des Seins

Seit der Antike machen sich Philosophen Gedanken über das Sein. Grob ausgedrückt, geht es um die Erfassung der menschlichen Existenz und um die Frage, was den Menschen daran hindert, frei zu sein und somit zu echter Erkenntnis gelangen kann (Ontologie). Keine Sorge, dies wird kein philosophisch-historischer Abriss über die Ontologie. Bei dem Aquarell geht es Sabeth Faber vor allem um die Frage, wie sieht das Sein in der heutigen Zeit aus. Zunehmend erleben wir, dass sich Grenzen verwischen, Abgrenzungen zu anderen Gebieten werden immer schwieriger, andererseits erleben wir eine analoge und digitale Welt. Natürlich sind wir immer dieselbe Person, die in den beiden Welten agiert und doch erleben etliche, dass sie sich in der digitalen Welt, insbesondere in den Sozialen Netzwerken, anders präsentieren als in der analogen Welt. 

Mitten durch das Aquarell zieht sich ein Band aus Rechtecken, die schwarz umrandet sind. Diese Rechtecke stellen Bildschirme dar. Die geometrischen Formen (blau, türkis) verschwimmen teilweise mit dem orange-gelben Hintergrund, verändern ihre Farbe, sobald sie sich innerhalb der Rechtecke befinden. Trotz der deutlichen Abtrennung und Veränderung der Farben, erkennt man auf Anhieb, dass alles zusammengehört. Und die Künstlerin stellt lapidar fest, dass sie sich wieder bei einem ihrer Grundthemen „alles hängt mit allem zusammen“ angelangt ist.


> Siehe auch: Rainer Maria Rilke: Du wolltest wie andern sein

Titel: Unterbrechung des Seins
Aquarell auf Papier
fertig gestellt: 07.07.2020
Größe: 24 cm x 17 cm
Signatur: hinten


> Mehr zum Thema: siehe Miniaturen

 

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