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Kultur als Inspirationsquelle

Jussuf Abbo

Nachdem Sabeth Faber und ich uns über die „Novembergruppe“ unterhalten haben und ich sie auf den Künstler Jussuf Abbo (14.02.1890 – 29.08.1953) aufmerksam machte, erstellte sie dieses Porträt. Ganz unbekannt war ihr der Name nicht, da er mit der Dichterin Else Lasker-Schüler befreundet war und Sabeth Faber hat sich in der Vergangenheit mit ihrer Biografie befasst.

Geboren wurde Jussuf Abbo in Safed (früher: Osmanisches Reich, heute: Israel), zog dann nach Deutschland um in Berlin seine Studien fortzusetzen. Zügig machte er sich einen Namen, doch dann kam das Dritte Reich und für ihn war es erst mal aus und vorbei, er floh nach London.

Sein melancholischer Blick geht ins Leere. Das Gesicht ist überwiegend in den Farben der Olive, von unreif (grün) bis zur reifen Frucht (violett). Die Haare tragen die Farben des Olivenbaums mit seinen Blättern, die mal als grün, mal als grau einem erscheinen. Der palästinensische Künstler trägt ein Oberteil, in der kühlen Farbe Blau, was Sabeth Faber als Hinweis auf Großbritannien verstanden wissen möchte.
Der Hintergrund des Bildes ist zweigeteilt. Im unteren Teil stellt die Siegener Künstlerin die Trockenheit dar, sichtbar an den ockerfarbenen Hügeln, links und rechts des Weges ist es grün, der fruchtbare Teil des Landes. Diese Landschaft wird durch einen hellgrau-weißen Weg unterbrochen. Mit dieser Farbgebung gibt die Künstlerin den Hinweis auf die Glaubensrichtung von Jussuff Abbo an, der dem Judentum angehörte und im jüdischen symbolisiert die Farbe Weiß Hoffnung. Hoffnungsvoll kam Jussuff Abbo nach Deutschland, mit dem Sieg der Nationalsozialisten 1933 war es damit aber vorbei. Sein Weg endet abrupt und er flieht nach England. Der obere Teil des Bildes gibt dies wider. Es herrscht dunkle Nacht, der Mond scheint, leuchtet dabei unter anderem auf ein Gewässer, eine Anspielung auf das Meer, welches Großbritannien umgibt. Anhand des Mondes und sein Scheinen auf die Wolken wird aber auch deutlich, dass der Himmel voller dunkler Wolken ist, eine böse Vorahnung für Jussuff Abbo? Seine Werke wurden von den Nationalsozialisten als „entartete Kunst“ eingestuft, Ausstellung oder gar Verkauf war somit ausgeschlossen. Im Haar verfängt sich auch das Licht des Mondes aber dies hilft ihm offenbar wenig, er kann wohl kaum noch ein Licht in seinem Leben erkennen, zumindest deutet der traurige Blick dies an.

Angaben zur Grafik:
Titel: Jussuff Abbo
Grafikgröße (B x H):
7000 x 5250 px


 

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